Nachdem Oberschiedsrichter Rudi Krause noch einige lange Leggins als Nicht-spielgerechte Kleidung bemängelt hatte und die letzte Starterin in einer kurzen Hose einer Ausrichterin doch noch teilnehmen durfte, übernahmen Anita Haut am Mikrofon und Michael Hartmann von der Turnierleitung das Kommando.

Bei den Startern bis 1200 wurden die vier Finalisten aus zwei 5er-Gruppen ermittelt. Dabei setzten sich zwei Herzberger (Ben Schweser, Luis Rusteberg) und zwei Bovender Spieler (Ole Sebexen, Jeske Gaßmeier) durch. Das Finale wiederholte das Gruppenspiel zwischen Jeske und Luis, wobei Luis jetzt einen Satz mehr benötigte, ehe er sich „Stadtmeister“ nennen durfte. Wie schon im Vorjahr sicherte sich Geske gemeinsam mit Vereinskamerad Ole Sebexen den Titel im Doppel, letztes Jahr allerdings noch in der Klasse bis 1050, jetzt über das Herzberger Duo Luis Rusteberg/Michelle Podolski.

Schon beim Ausrufen der 9 Gruppen zu 4 bzw. 3 Spielern dauerte es eine Weile bei den 900ern, die 68 Partien dann natürlich auch. Dass der Tag für die Hördener Betreuerin Marion Lips soooo lang werden würde, ahnte sie bei ihrem Eintreffen um 8:30 Uhr natürlich nicht – denn ihr Schützling Tim Dittmar kürte sich nach nur drei Sätzen im Finale über Lokalmatador Felix Pätzmann zum neuen Stadtmeister. Gemeinsame Dritte wurden Anton Barke (Hattorf) und Helena Stilter (SG Rhume), die als einzige der letzten Vier nicht aus dem Altkreis kam. Die 17 gebildeten Doppel wurden aufgrund des Zeitplans von der Turnierleitung auf zwei Gewinnsätze reduziert, aber auch diese Maßnahme konnte nicht verhindern, dass die Klassen der  Erwachsenen bis QTTR 1200/1550 statt um 14 Uhr erst um 15:30 Uhr offiziell starten konnten.

Dimitri Dekalchuk / Felix Pätzmann vom Ausrichter TTC Herzberg bewiesen nach der Gruppenphase, dass sie nicht nur an körperlicher Größe sondern auch spielerischer Reife seit dem letztjährigen Titelgewinn zugelegt hatten – sie verteidigten ihren Titel gegen Phil Güttler/Imran Muric (beide ESV Goslar).  

Während die Luft in der Halle zusehends „dünner / schlechter“ wurde, nach dem Abrücken der Jugendlichen wieder etwas mehr Platz auf den Bänken war, gab das Kantinenteam alles – Kaffee, belegte Brötchen, Wurst, Salate (allein 5 verschiedene Nudelsalate lockten), Waffeln, diverse Getränke – fast alles fand einen hungrigen Abnehmer. Und dass die Spieler nicht nur variabel im Sport sind, zeigte sich u.a. auch bei folgendem Wortwechsel „Habt ihr Cola Zero – nee, leider nicht – na, dann gib ein Bier“!  Und die Cola Zero kommt auf die Liste für 2027…….

Schon fast „international“ war die Klasse  Erwachsene bis 1550 besetzt. Hier freute sich das TTC-Team besonders, dass gleich vier Spieler vom TTV Wimmelburg angereist waren, mit denen es seit der Grenzöffnung einen freundschaftlichen Austausch gibt. U.a.  Gordon Oethe konnte sich bis ins Viertelfinale durchspielen, unterlag Vereinskollege Markus Kleie, für den dann im Halbfinale bei Timon Zimmermann (Hattorf) Endstation war. Der zweite Finalist wurde im Duell zwischen Einzelkämpfer (wollte kein Doppel spielen) Philipp Könecke (TTG Sattenhausen/Wöllmarshausen) und Marco Gräser (TuSpo Weende) ermittelt, der eigentlich in seiner Eigenschaft als Jugendbetreuer auch in der Halle hätte übernachten können….Philipp setzte sich in einem äußerst spannenden Spiel mit 13:11 nach fünf Sätzen durch. Das Endspiel gestaltete sich zu einer Timon-Zimmermann-Show, der Philipp mit langen Topspins vom Tisch drückte, um den 40 mm-Durchmesser-Ball in der anderen Ecke erfolgreich zu versenken. Nach nur drei klasse Sätzen mit spektakulären Ballwechseln wanderte Stadtmeister-Handtuch Nummer zwei in Timons Besitz.

Das Doppelfinale hätte gut und gern aus der Sendung „ Klein gegen groß“ stammen können – aber Lothar Fiedler und Thomas Großheim (TSV Nesselröden) hatten ihre liebe Not, sich gegen die Jugendlichen Jan Feilhauer/Benjamin Guastalla (SV Altgandersheim) durchzusetzen. Vier knappe Sätze benötigten die Routiniers Fiedler/Großheim für ihren Sieg.

Gleich vier Damen hatten sich in der Klasse Erwachsene bis 1200 Punkte angemeldet, so dass quasi einige „Mixed“ im Doppelwettbewerb antraten. Hier durfte am Ende des Tages Doreen Hiltscher (MTV Othfresen) stolz ihre Urkunde bei ihrer ersten Teilnahme präsentieren, da sie mit Kompagnon Manfred Schohr (TTV Geismar) den Titel über Michael Brakel/Sebastian Müller (TTC Herzberg) erkämpft hat. Aus der Gruppe kam Doreen nach drei verlorenen Spielen nicht weiter, aber das Warten hatte sich ja dennoch gelohnt. Doppelpartner Manfred Schohr sah sich im Finale der Frauenpower von Tamara Heumann ( TTV Scharzfeld) gegenüber, die sich von Spiel zu Spiel steigerte. Ihr Stadtmeister-Handtuch drapierte sie bei der Siegerehrung strahlend einer Schärpe gleich um den Körper – denn in den Händen mussten Pokal und Urkunde gehalten werden. Gemeinsame Dritte wurden Michael Brakel und Sebastian Müller, die Platzierung wurde generell nicht ausgespielt.

Ein kleiner Wermutstropfen für die Ausrichter war, dass die Klasse bis 3.000 (früher „Offene Klasse“) mangels Anmeldungen nicht ausgetragen werden konnte. Aber neben den vielen kleinen Gesprächs-Highlights, den erstmaligen, begeisterten Teilnehmern gab es als Sahnehäubchen auf Tag eins des Turniers noch einen besonderen Besucher – Hassan Aziz, gebürtiger Iraker, der Ende der 1990er Jahre im Trikot des TTC viele Siege eingefahren hatte, verfolgte die Partien – und wie früher natürlich mit einem Bierchen in der Hand. Schön, dass es dir gut geht !

Gegen 23 Uhr war der erste Tag geschafft – und Bier aus.